statue nuovo allestimentoDas Museum für Statuenmenhire in der Region Lunigiana hat seinen Sitz in der Piagnaro-Festung in Pontremoli. Die überaus faszinierende Sammlung des Museums stellt eine der beachtlichsten Vorkommen der europäischen Megalithkultur dar (Bausteine für Grab- und Kultanlagen). Die Statuenmenhire, abstrakte männliche und weibliche Figuren, wurden zwischen dem vierten und ersten Jahrtausend v. Chr. aus Sandstein gemeißelt und stellen noch heute ein ungelöstes Rätsel dar. Das Museum für Statuenmenhire in der Region Lunigiana ist in Italien das bedeutendste seiner Art. Dies aufgrund der beachtlichen Anzahl an Ausstellungsstücken sowie der Dokumentation an den Fundstellen und über das bearbeitete Rohmaterial sowie die zur Verfügung stehenden Informationen über die Bearbeitungstechniken, die Geschichte und das Leben der damaligen Gesellschaft, welche die Statuenmenhire erschuf. Der Eintritt beinhaltet sowohl den Museumsbesuch als auch den Besuch der Piagnaro-Festung.

Geschichte
Das Museum für Statuenmenhire in der Region Lunigiana befindet sich seit 1975 innerhalb den eindrucksvollen Mauern der Piagnaro-Festung. Die Entstehung des Museums geht auf die leidenschaftliche und vorausschauende Arbeit des Professors Augusto Cesare Ambrosi zurück. Dieser setzte sich nach den Forschungen in den fünfziger und sechziger Jahre und der Entstehung der ersten architektonischen Sammlung dafür ein, dass die Stelen an einem passenden Ort in Pontremoli gesammelt werden. Die Neugestaltung des Museums im Jahre 2015 auf einer Ausstellungsfläche, die fast doppelt so groß ist wie vorher, erhöht die Faszination und die Wirkungskraft der Stelen und wird bereichert durch moderne multimediale Informationen.

Museumssitz
Die Piagnaro-Festung befindet sich auf einem Hügel, der die Altstadt von Pontremoli prägt und neben der Mauer und den Türmen fester Bestandteil der Verteidigungsanlage der mittelalterlichen Ortschaft war. Um das Jahr Tausend stellte diese Anlage, die zum Zweck der Verteidigung und zur Straßenkontrolle diente, in einigen Fällen den letzten Schutzwall für die Bewohner der Stadt Pontremoli dar. Der Name der Festung geht auf das Wort „piagne“ zurück, eine Sandsteinplatte, die in Lunigiana traditionell zur Dachdeckung genutzt wurde und noch heute in der Anlage zu finden ist.
Lange wurde die Anlage für militärische Zwecke oder als Kaserne genutzt, später als Schule und nachfolgend als Wohnsitz. Nach einer Zeit des Leerstandes wurde die Anlage in den dreißiger Jahren dank verschiedenen Restaurierungsprojekten gesamtheitlich wieder in Stand gesetzt. Neben dem Museum befindet sich im Innern der Festung außerdem ein Empfangsort für die Pilgerer der Via Francigena.

Weitere Informationen
Pontremoli liegt im äußersten Norden der Toskana, am Fuße des Apennins, in einer strategischen Lage entlang der Via Franicgena. In Aufzeichnungen über die Reise des Sigerich wurde die Stadt als 31. Station seiner Route erwähnt und war zwischen dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert eine mittelalterliche Kommune. Friedrich II. gab ihr den Titel: Tor zur Toskana.

DIE FESTUNG: Der jetzige architektonische Baukomplex, Ergebnis vermehrter Ausbau- und Wiederaufbauarbeiten, ist geprägt von einem eindrucksvollen Turm (Anfang fünfzehntes Jahrhundert), der sich an der höchsten Stelle der Erhebung befindet und die gesamte Festung charakterisiert und immer noch auf den damaligen Eingang mit Zugbrücke schließen lässt. Gegenüber des Turms liegt ein großer Fabrikkomplex, der früher als Kaserne genutzt wurde. Der übrige Teil der Festung besteht aus Verteidigungsanlagen, die aus dem sechsten und siebten Jahrhundert stammen und für den Gebrauch von Geschützen und Feuerwaffen konzipiert wurden. Der große Hof ist umgeben von mächtigen Schutzwällen, die mit verbindenden Rampen ausgestattet sind sowie mit Wehrtürmen an den Ecken.

Die Statuenmenhire: Die Stelen, rätselhafte Bilder in Stein gehauen, die dem vierten bis ersten Jahrtausend vor Christus entstammen, bilden die wichtigste Sammlung prähistorischer Skulpturen in Europa. Alle sind aus Sandstein gestaltet und haben eine charakteristische abgerundete Kopfform, wobei die Gesichtszüge in U-Form eingemeißelt wurden. Sie stellen Männer und Frauen dar, die mit verschiedensten Waffen ausgestattet oder für die Kupfersteinzeit und die Eisenzeit typischen Ornamenten verziert sind. Sie wurden in drei typologische Gruppen eingeteilt (A, B und C) und werden in einem halbdunklen Ausstellungsraum unter Lichtstrahlen, welche die anatomische Beschaffenheit und die Details der Stelen hervorheben, ausgestellt. So entsteht eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre.

Weitere Angebote
Das Museum verfügt über Räumlichkeiten, die für Konferenzen, Tagungen und kulturelle Begegnungen zur Verfügung stehen sowie über einen Bildungssaal (Aula del Patrimonio), der von der örtlichen Schule ausgestattet wurde. Es besteht die Möglichkeit, Veranstaltungen, Ausstellungen und Theateraufführungen im Innern der Festung zu organisieren. Das Museum und die Festung bieten für Gruppen von Erwachsenen und Schülergruppen eine große Auswahl an Führungen, wissensvermittelnde Workshops sowie thematische Touren in der Stadt und der Umgebung an.

Weitere Informationen:
Museo delle Statue Stele Lunigianesi – Castello del Piagnaro – Pontremoli
0187831439 info@statuestele.org – www.statuestele.org