Equi Terme

Equi Terme

Das Dorf von Equi Terme in der Gemeinde Fivizzano, innerhalb des Regionalparks der Apuanischen Alpen bietet seinen Besuchern einen außergewöhnlichen natürlichen und paläontologischen Schatz: Die paläontologischen Orte und Karst-landschaften und die Höhlen von Equi Terme. Hierbei stellen die Höhlen und die archäologische „Tecchia“ sowie die Schlucht von Equi überaus beeindruckende Naturvorkommen dar.

Die Höhlen von Equi und die Natur- und Geopfade

Die Höhlen von Equi bestehen aus einer weitläufigen unterirdischen Karstlandschaft, die über Jahrtausende durch Wassererosion entstanden ist und wo sich Höhlen, Gänge, unterirdische Räume, Stalaktiten und Stalagmiten sowie beeindruckende unterirdische Seen geformt haben. Der Besucherrundgang beginnt dem Bereich „la Buca“, der schon im 18. Jahrhundert erwähnt wurde und immer noch eine faszinierende Höhle ist, die heute „le Grotte“ genannt wird. Außerhalb der Höhlen, neben der prähistorischen Tecchia, dem paläontologisch und archäologisch bedeutenden Ort schlängeln sich Natur- und Geopfade, auf denen man botanische und geologische Vorkommnisse bestaunen kann wie beispielsweise die Karstquellen der Buca und der Barrila sowie Riesentöpfe, Felsenformationen, die durch Wassererosion entstanden sind. Des weiteren gibt es hier ein Lehr- und Ausstellungszentrum sowie zwei Räume für didaktische Aktivitäten. Einer der Räume verfügt über eine Grabungsstelle für paläontologische und archäologische Übungszwecke.

Die prähistorische Tecchia

Innerhalb der Höhlenlandschaft befindet sich die berühmte Tecchia von Equi, ein archäologischer und paläontologischer Ort von internationaler Bekanntheit. Die Tecchia besteht aus einem großen externen Platz, genannt Riparo (Schutz) und der Höhle, die seitlich für circa 30 Meter mit den Bergen verbunden ist. Die Tecchia ist vor allem bekannt für Ausgrabungen von Tierknochen. Diese Tiere sind heute jedoch ausgestorben und waren damals charakteristisch für gemäßigtes und kaltes Klima. Hervor sticht hier der Höhlenbar (Ursus spelaeus). Die Grabungen, die im Jahr 1911 begonnen wurden, brachten allerdings auch Fundstücke ans Licht, die deutlich auf menschliche Spuren verweisen.

Die natürliche Form der Tecchia hat bis ins Mittelpaläolithikum (vor 120.000 bis 40.000 Jahren) dazu beigetragen, dass Menschengruppen sich in der Höhle aufhalten. Dies wird deutlich an den gefundenen Steinwerkzeugen aus dem Moustérien. Diese wurden vom Neanderthaler hergestellt (Homo neanderthalensis), der sich regelmäßig in diesem Gebiet aufhielt.

Im Kupferzeitalter (3600 bis 2200 a.C.) fungierte die Höhle wahrscheinlich als Grabstätte, denn es wurden Knochen von mindestens dreißig Menschen gefunden sowie Gegenstände, die typisch für Bestattungen sind. Hierzu gehören Verzierungen aus Knochen und Kalkstein, Pfeilspitzen und Vasenstücke.
Im Bronzezeitalter (2200 bis 900 a.C.) hielten sich ebenfalls Menschen in der Höhle auf, wie einige ausgegrabene Keramikstücke beweisen. Im Mittelalter (12. bis 15. Jahrhundert) entstand auf dem Vorplatz des Riparo ein großes Mauerwerk, vielleicht ein steinerner Altarraum, der von einem Holzdach bedeckt wurde sowie Balken, die in die Berge eindrangen.
Die Tecchia mit den Geschichten über das hier stattgefundene Leben stehen heute dem interessierten Publikum offen. Die neu konzipierte Ausstellung findet im Rahmen eines aktuellen Projektes für touristische und kulturelle Aufwertung statt.

Die Schlucht von Equi und das Pizzo d’Uccello-Gletschertal

Nicht weit entfernt von der Höhle befindet sich die Schlucht von Equi, eine enge und tiefe natürliche Schlucht, die durch den Lauf des Wildbaches Catenelle gebildet wurde und heute entlang der Marmorstraße, die zum darüberliegenden Tal, ursprünglich das Pizzo d’uccello-Gletschertal verläuft. Entlang der Schlucht, welche zum Ort Valli Glaciale di Orto di Donna und Solco di Equi gehört, hat der Besucher die Gelegenheit geomorphologische Besonderheiten sowie botanische Endemiten, einzigartige seltene Pflanzen zu bestauen. Außerdem nisten auf den umliegenden Felsen seit langem Steinadler.
Die Karst- und Höhlenlandschaft und die Schlucht von Equi gehören zu den wichtigsten Geoorten der Apuanischen Alpen und wurden kürzlich von der UNSECO als Geopark ausgezeichnet.

Via Buca 9 – Ort: Equi Terme – 54013 Fivizzano (MS)
Informationen: CEA Lunigiana Sostenibile – Mobil 338 5814482
segreteria@lunigianasostenibile.it – www.lunigianasostenibile.it
Öffnungszeiten siehe: www.grottediequi.it