IMG_1514Museumsstandort

Von der Burg von Lusuolo überblickt man das gleichnamige Dorf und wichtige umliegende Verkehrswege. Man schaut auf einen Furt im Fluss Magra, der bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts genutzt wurde und auf einen Teil des Tales, wo sich Hügel entlang des Wasserlaufs ziehen, wodurch die Kontrolle der Via Francigena hier besonders begünstigt wurde.
Ursprünglich gehörte dies Teil zum Lehen Corrados „des Alten“, Markgraf von Mulazzo, allerdings können die ältesten Strukturen auf Mitte des 14. Jahrhunderts datiert werden. In dieser Zeit wurde Lusuolo Sitz eines unabhängigen Markgrafen, dessen Cousin der Margraf Azone Malaspina war. Das damalige Lehen umfasste Canossa, Tresana, Giovagallo, Riccò, Podenzana, Aulla, Bibola, Pallerone, Brina, Ponzano, Montedivalli, Gorasco, Beverino, Madrignano, Calice und Veppo. Im Jahre 1450 ging die Burg in den Besitz der genuesischen Familie der Campofregoso über, welche diese teilweise zerstörte. Giovanni Antonio da Faie, Chronist aus der Region Lunigiana des fünfzehnten Jahrhunderts, schrieb: „Del mexe de setenbre de 1450 vengono li maestri edifichatori per parte del duxe de Zenoa chi era meser Lodovico de Canpo Fruxghoso per inzegnare de fare derochare el castelo de Loxolo el quale per asedio l’avea avuto e nota che era un di beli casteli de Val de Magra“. (Im September 1450 kamen die Baumeister des Doges von Genua, Lodovico di Campofregoso, um zu veranlassen die Burg von Lusuolo abzureißen, welche durch Belagerung erobert wurde und eine der schönsten des Val di Magra ist.)
Die Markgrafen Malaspina di Lusuolo befanden sich inmitten der Rivalitäten zwischen Florenz, Genua und Mailand bezüglich der Herrschaft über Lunigiana und die Aufruhen der Untertanen. So fiel das Lehen und die Stadtherrschaft in die Hände der Großherzoge der Toskana. Die Burg wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von den Florentinern ausgebaut. Das Dorf stellt ein typisches Beispiel für den damaligen Siedlungsbau dar, der sich entlang einer Verkehrsachse entwickelte und mit dem Hügelkamm zusammenläuft. Auf dessen höchstem Punkt ragt die Burg empor. Der Kern der Siedlung ist in einer rechteckigen Form angeordne und die Grenzen der Siedlung laufen mit den einzigen Zugängen zum Dorf zusammen, die durch dicke Mauern geschützt werden. Es liegen Aufzeichnungen über die Kirche von Lusuolo aus dem Jahr 1187 vor: sie wird  sowohl in Dokumenten des Stadtrats von Luni, als auch in Papieren von Gregorio VIII erwähnt als Besitz der naheliegenden Pfarrei von Vico, heute die sogenannte Pfarrei des San Martino von Castevoli.

Das Musem

Das Museum der toskanischen Emigrationsgeschichte ist das Ergebnis der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Aufzeichnung der Emigrationsgeschichte, welches sich mit der Bergregion von Lunigiana befasst, und der Region Toskana und der Gemeinschaft der Toskaner im Ausland sowie der Gemeinde von Mulazzo. Das Museum möchte Interesse wecken und Wissen vermitteln über das Phänomen der Emigration aus der Toskana.
Es ist auf zwei Ebenen konzipiert; auf materieller und virtueller: Das Museum befindet sich in den Mauern der Burg von Lusuolo. Hier findet man die Bibliothek, die Mediathek, einen Konferenzsaal sowie einen Multi-media Bereich. Außerdem wird gerade eine Ausstellung entwickelt, die sich den individuellen Geschichten der Emigranten widmet; welche Gründe und Sehnsüchte die Menschen veranlassten sich auf den weiten Weg zu machen in eine neue Zukunft. Die Ausstellung ist ausgestattet mit Objekten und Dokumenten der jeweiligen Epoche und darüber hinaus gibt es berührende Dokumentarfilme.
Die virtuelle Ebene besteht aus der Internetseite des Museums, die den Zugang zu Informationen und Dokumenten möglich macht, die durch Forschungsprojekte zusammengetragen wurden. Hierzu gehören Aussagen von Zeitzeugen, Briefe, Fotografien sowie Dokumente, die von toskanischen Emigranten dem Museum und den Usern zur Verfügung gestellt werden.

Vergößerte Darstellung

Castello di Lusuolo – 54026 Mulazzo (MS)
Tel.: 0187 439017
info@comune.mulazzo.ms.it
Öffnungszeiten:
Sonntags: 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr
http://www.museogenteditoscana.it
Die Burg von Lusuolo, eine weitere in diesem Burgen-reichen Gebiet, befasst sich mit einem der bedeutenden Phänomene der Region Lunigiana und der Toskana: Auswanderungswellen, die ganze Dörfer veranlassten, von dem Apennin nach Europa und Übersee umzusiedeln ist das Thema des wertvollen regionalen Museum.