museovilafranca-esternoDas ethnografische Museum ist ein Museum, das vom Wesen der Region Lunigiana erzählt, schon seit je her ein Gebiet der Bauern und Hirten, die eine starke Kultur geschaffen haben, welche die Dörfer, die Häuser, die Erinnerungen und die Traditionen prägt. Hier befindet sich der Ort, der all dies bewahrt, an es erinnert und das Wissen, das Leben und die Gedanken überliefert.

Geschichte des Museums
Das ethnografische Museum in Lunigiana wurde am 19. Juni 1977 eröffnet und existiert in seiner heutigen Form dank einer intensiven Aufarbeitungsarbeit der demografischen, ethnologischen sowie anthropologischen Objekte und Materialen sowie den mündlichen Quellen. Diese Arbeit wird von dem Verein M. Giuliano (Associazione M. Giuliani) durch historische und ethnografische Recherchen der Region Lunigiana unterstützt, die vor über einem Jahrzehnt begannen und noch immer fortgeführt werden.
Das Museum hat seinen Sitz in den antiken Gebäuden, die im 15. Jahrhundert erbaut wurden und in den antiken Mühlen aus Villafranca. Diese wurden in der Nähe des Nördlichen Eingangs zur Ortschaft erbaut und der antiken Brücke, die über den Bagnone führt, an der Hauptstrecke der Via Francigena.
Zum Museum gehören die antiken Wassermühlen und im Außengelände kann man den Bewässerungskanal, in dem das Wasser des Bagnone fließt und so die Mühlen in Gang setzte, sehen.

Ausstellungsbereiche
Die Ausstellung verteilt sich auf die drei Ebenen des Gebäudes und ist nach den verschiedenen Themen und Produktionsphasen gegliedert. Diese veranschaulichen die wichtigsten Aspekte einer landwirtschaftlichen Zivilisation, die für Jahrhunderte eng mit den Traditionen und Bräuchen verbunden war. Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts traten tiefgreifende Veränderungen auf, die zu einem schnellen Auslöschen dieser geführt haben. Die vielfältige Sammlung im Museum an Gebrauchsgegenständen, Arbeitsinstrumenten und Gerätschaften bieten den Besuchern die Gelegenheit einer tiefen Reflektion über die Region von Val di Magra. Im obersten Stockwerk finden sich Lernbereiche, die sich mit dem Haushalt in ländlichen Regionen und den Arbeitsabläufen, die sich hier abgespielt haben, befassen. Hierzu gehörten die Verarbeitung von Esskastanien, veranschaulicht in einer rekonstruierten „gradile“, einem Zimmer, in dem sich üblicherweise ein Feuer befand, wo die Kastanien getrocknet wurden und man diese in sogenannten „testi“ weiterverarbeitete zu den lokalen Gerichten: Kastanienkuchen (pattone), Pasta (testaroli), Fladenbrote (focacce) und Kräuterkuchen. Ein weiterer Arbeitsbereich, der hier vorgestellt wird, ist die Verarbeitung von Hanf: vom Samen bis zum Stoff. Zu sehen ist eine große Auswahl an Stoffen und Tüchern, welche neben den Volkstrachten ausgestellt wird. Außerdem sind die Verarbeitung von Weidenruten und Milch sowie die damalige Art der Viehzucht dargestellt.
Das mittlere Stockwerk widmet sich dem Handwerk: die Verarbeitung von Holz ist in einer Tischlerwerkstatt zu sehen sowie die Produktion vom Centro Montano di Bratto, bekannt durch die besonders dekorierten Holzarbeiten. Detailliert veranschaulicht werden außerdem die Verarbeitung von Stein und Eisen anhand der Darstellung zahlreicher Geräte und Werkzeuge. Außerdem kann der Besucher die damals üblichen landwirtschaftlichen Gerätschaften, die Phasen des Weinanbaus und die Getreideverarbeitung sowie die Wassermühlen, das Herzstück des Museums, betrachten.
Die Ausstellung wird im Untergeschoss des Gebäudes mit der Veranschaulichung der alten Maßsysteme und dem faszinierenden Thema des Volksglaubens abgeschlossen.

Lehr – und populärwissenschaftlicher Bereich
Ein besonderer Fokus unseres Museums liegt auf dem Lehrbereich mit der Absicht den Schülern und Interessierten ein ganz anderes Leben als das heutige nahzubringen und so zu einer Reflektion über beide Lebensrealitäten anzuregen. Bestimmte Ausstellungsbereiche richten sich an Schulen jeder Art und bieten die Möglichkeit das Museum als Wissens-vermittelnde Instanz zu nutzen, wobei der Besuch je nach Bedarf und Zeit an die einzelnen Besucher angepasst werden kann. Zum Museum gehört eine Werkstatt, wo man die Webkunst anhand von Übungen mit geeigneten Stoffen lernen kann. Dieses Angebot richtet sich einerseits an Schulen, andrerseits an Bildungsinitiativen für Erwachsene. Ein vielseitig nutzbarer Saal, der sich neben dem Museum befindet, bietet Raum für Lehrveranstaltungen, Vertiefung in bestimmte Themenfelder, Seminare und weiteres.

Via die Mulini, 54028 Villafranca in Lunigiana – Tel.: +39 0187 493417 / +39 0187 494400 / + 39 0187 4988210

 

Für Informationen und Reservierungen: Tel. +39 0187 493417 / +39 0187 494400 / + 39 0187 4988210

Email: culturabiblioteca@comunevillafrancainlunigiana.it / museoetnograficolunigiana@gmail.com

Anfahrt:

Man erreicht Villafranca in Lunigiana per:

  • Autobahn A 15 (Parma mare), Ausfahrt an der Mautstelle von Aulla und Pontremoli
  • Bundesstraße 62 von Cisa
  • Zuglinie La Spezia – Parma, Ausstieg: Villafranca – Bagnone