museointerno

Ein Museum ist weder nur ein Ort für die Alten noch ein Ort verstaubter Erinnerungsstücke, sondern es ist ein Ort der Verarbeitung und des Erhalts des geschichtlichen Gedächtnisses. Die Erinnerung an den Widerstand gehört nicht nur den Partisanen, sondern auch den Bauern, den Deportierten, den Internierten, den Frauen, der ganzen Gesellschaft im Kampf ums Überleben. Es geht nicht nur um den bewaffneten Widerstand und die politische Opposition gegen die deutschen Besatzer und ihre faschistischen Verbündeten, sondern auch um den Widerstand der Zivilgesellschaft gegen den Krieg, die Angriffe, den Hunger und die Massaker. Das Museum des Widerstandes bietet einen Ausstellungsrundgang, der die Erzählung tragischer, aber für die Freiheit und die Demokratie in Italien ausschlaggebender Momente mit Bildern der Vergangenheit, die geblieben sind, verbindet. So entsteht ein Ort, wo der Besucher auf die Erinnerungen der Augenzeugen trifft und eingeladen wird, mit Erzählungen, Fotografien und Filmen zu interagieren. Das audiovisuelle Museum des Widerstandes (MaR) ist das erste „erzählende Museum“, das in Italien vom Studio Azzurro aus Mailand realisiert wurde.

Geschichte

Im Jahre 1948 auf einem Grundstück von der Stadt Sarzana wurde mit Hilfe von ehemaligen Partisanen und Bürgern eine Sommerkolonie in den Bergen aufgebaut, wo sich von der Nachkriegszeit bis zum Jahr 1971 Tausende von Kinder aufhielten.

Auf Initiative der Nationalen Vereinigung der Partisanen aus Sarzana und in Übereinkunft mit der Stadtverwaltung hat man beschlossen, die schon aufgegebene Kolonie ab dem Jahr 1994 zum Audiovisuellen Museum des Widerstandes der Provinzen La Spezia und Massa Carrara zu machen – geschmückt mit einer militärischer Medaille für den Beitrag, den die Bevölkerung zur Wiedergewinnung der Freiheit und der Demokratie geleistet hat. Mit dem Wettbewerb, an dem viele öffentliche Institutionen, Vereine und Bürger teilnahmen, wurde der Erhalt der ehemaligen Kolonie beschlossen sowie die Idee, diese zu einem Friedensmonument zu machen. In dieser Region fanden Schlachten zwischen Partisanen, Deutschen und Faschisten statt; eine Region, die Zeuge war von Zerstörung und Massaker gegen eine wehrlose Bevölkerung.

Das Museum wurde am 3. Juni 2000 eröffnet und durch eine moderne audiovisuelle Installation sowie multimedial dargebotenen Informationen wird den Besuchern ein einheitlicher Rundgang zur Entdeckung der Geschichte geboten. Im Vordergrund stehen hierbei der Widerstandes und der Aufbau der Demokratie in Italien. Der Besuch im Museum stellt eine Reise in Geschichte und Natur dar, in einen faszinierenden Raum, der beim Besucher Bilder vom Aufstieg in die Berge der Freiheitskämpfer wachruft.

Das Museum ist den Partisanenkämpfern Alessandro Brucellaria alias Memo und Flavio Bertone alias Walter sowie allen Menschen, die für die Freiheit kämpften, gewidmet.

Museumssitz

Das Museum liegt in einem Wald von hundertjährigen Kastanien und an Tagen, wenn die Luft klar ist, kann man den beeindruckenden Ausblick auf Portovenere und den Golf der Dichter bis zu den Apuanischen Alpen genießen. Das Museum liegt an einem für den lokalen Widerstand bedeutenden Ort, denn hier fand der Freiheitskampf statt und in der Nachkriegszeit wurde das Gebäude auf Wunsch vieler Partisaninnen und Partisanen zu einer Bergkolonie für Kinder.

Lernrundgang

Die Lernworkshops bieten die Möglichkeit, sich den Themen rund um den Widerstand anhand verschiedener Aktivitäten zu nähern. Das Angebot richtet sich an Grund- sowie Mittel- und weiterführende Schulen und kann je nach Zeitrahmen und Lehrplänen angepasst werden.
Gaststätte und Veranstaltungen

Im Nebenhaus befindet sich ein gastronomischer Kulturklub „Archivi della Resistenza“, der wie auch das Museum, von Freiwilligen betrieben wird. Der Kulturklub ähnelt eher einer volkstümlichen Gastwirtschaft als einem Restaurant und bietet die Gelegenheit, Gerichte der bäuerlichen und regionalen Küche zu probieren. Diese wurden mit derselben Sorgfalt recherchiert und wiederentdeckt wie das Kollektiv „Archivi della Resistenza“ seine historischen Recherchen betreibt. Es werden Saisongemüse sowie typische und regionale Produkte bevorzugt, so dass nur kurze Produktionswege entstehen und eine ökologisch kompatible Produktion gefördert wird. Der Essensraum ist nicht riesig, dafür aber sehr gemütlich und es kann durchaus passieren, dass man den einen oder die andere Partisane trifft, die für ein Gespräch offen sind. Bei gutem Wetter besteht die Möglichkeit draußen im Schatten der Kastanienbäume zu essen. Während des ganzen Jahres finden an den Wochenenden im Klub kulturelle Veranstaltungen statt – wie Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen, Buchvorstellungen, Fotoausstellungen sowie Workshops, Seminare und kulturelle bzw. künstlerische Treffen oder Symposien zum Thema Geschichte. Während dieser Veranstaltung ist die Gastwirtschaft ebenfalls geöffnet. Im Sommer findet im Museum das Festival des Widerstandes statt mit dem Namen „Fino al cuore della rivolta“, eine Veranstaltung mit nationaler Resonanz, bei der es Musik, Theater, Dichtung, Filmvorführungen und Diskussionsrunden gibt.

Reservierung erwünscht unter: 329/0099418 oder 0187/680014 und info@archividellaresistenza.it

Anfahrt

Das Museum liegt circa 3 km von Fosdinovo entfernt, in der Ortschaft Le Prade. Von Fosdinovo aus fährt man weiter und lässt das Schloß Malaspina hinter sich. Für 1,5 km folgt man der Bundesstraße 446 in Richtung Tendola-Fivizzano. An der Abzweigung Foce del Cuccu fährt man nach links in Richtung Ponzanello und Canepari. Nach einigen hundert Metern kommt man zur Ortschaft Le Prade und auf der rechten Seite befindet sich das Gebäude des Audiovisuellen Museums des Widerstandes.

Via Prate 12 – 54035 Fosdinovo (Massa Carrara) – Tel.: 0187/680014 und 329/0099418

Email: info@museodellaresistenza.it

Eintritt: Normal 3€, Ermäßigt 2€ (für Gruppen von/ ab 15 Personen)

Webseite: www.museodellaresistenza.it